Punkt. Ausschlag.

Der Duden spricht: Der Punkt ist „ein kleiner (kreisförmiger) Fleck, Tupfen“. Da kannst du reden, seiern, sabbern, was du willst. Am Ende steht der Schlusspunkt oder Satzendepunkt. Das vergisst du gelegentlich. Palaverst und schreibst dann ohne Punkt und Komma. Bei WhatsApp was Facebook ist. SMS oder Twitter. Aber was soll’s: Hier ist „das Texten“ dein Privatgeschäft.

Vergessen wir also privatissimo die Sache mit dem Punkt. Auch wenn der Herr Tillmann Prüfer im ZEITmagazin Nr. 14/2017 am 31. März 2017, PUNKT 7:18 Uhr sauren Gesichts deine Punktfehler als das generelle Ende der Punkte bemäkelt, und darob „einen Aufschrei der Linguisten“ – Herrjemine – was für ein Donnerwetter – fordert. Geht dir am Arsch vorbei. Wo du in der Kürze der Twitter-Sülze lieber ein Emoji statt einen Punkt setzt. Sieht ja auch viel schöner aus: So ein gelbes Asiatenärmchen mit WinkeWinke an den schwarzafrikanischen Freund.

Andererseits – schauen wir uns die Werbung an – wächst der Punkt ins Unermessliche. Wird größenwahnsinnig: Groß und größer. Je weniger die Reklame uns zu versprechen mag, je größer der Punkt. Im Moment ist der en vogue hinter jedem Wort. Da gibt es keinen Satzanfang, nur das Ende. Punkt. Um. Schau her:

Das Auto. / Der Golf. Das Auto.

Wir. Dienen. Deutschland.
WIR. Unternehmen. Mint.

Und dann gibt es die absoluten Punktefreaks. Die setzen nicht, nein, die malen wunderbare Punkte.
Was sage ich: Die texten punktgenau den Punkt als Punktum. Guck mal hier:

Punkt. Punkt.. Punkt…
punkt + pixel
Creativpunkt. Sag’s mit Werbung!
Trend Punkt. Werbung
schwerpunkt. werbung
Schwerpunkt.
Punkt. Media
schwerpunkt. werbung
Auto-Punkt 21
auf den Punkt.

Im Angesicht von sowas von Punkt, ist der „Der Grüne Punkt“ eine giftspeiende, in Vergessenheit geratene dicke Tonne. Heutigentags punktet der „Golf Alltrack“ doppelt gemoppelt in nur zwei Worten gleichsam in einem Atemzug mit Doppelpunkt UND Punkt. Das hat was von ansteckendem Ausschlag; was dem Krankheitsbild der Tucholsky’schen „Interpunktionsräude entspricht.