Tierisch

Gib es zu, ich kenne dich: Wann immer der Tierschutz ruft, stehst du am Unterbarmer Bahnhof in deinem Wald- und Wiesen-T-Shirt. Du also in so einem Teil. Rufend. Schreiend. Und zack bleiben die Leute stehen. Oder machen sich hurtig vom Acker, weil sie ein schlechtes Gewissen ob ihres proppevollen Mundes mit dem Burger Kaiser haben. Respekt. Respekt. Du hast was von einem hohen Tier.

Genau wie der amerikanische Rüpel mit den gelb gefärbten Haarschnipseln über dem Hirn. Ebenso der italienische Dauer-Verlobte, Kuh-Hüter und TausendHassa. Oder der zähnefletschende Bello in Ungarn. Und ganz on top der ungezügelte, nackte Russe auf dem hohen Ross. So was macht dich tierisch an. Das sind alles tolle Hechte; wilde Tiere. Männer die. Wohingegen die preußische „Mutti“, „das Mädchen“, nur handzahm ist.

Ebenso die  neue EU-Kommissionspräsidentin. Die stoisch lächelnde Blondine ist beileibe keine blöde Gans. Genauso wenig wie die Klofrau aus dem Saarland, die via Frauentausch jetzt Herrscherin der deutschen Truppe ist. Solche Menschen, Mann muss es sagen dürfen, fehlt das Animalische. Oder kannst du dir die Annegret mit neckischen Dekolleté neben einem, sagen wir mal, Lama vorstellen?

Wen interessierts. Dir geht der feminisierte Kuhhandel in Berlin und Brüssel am Allerwertesten vorbei. Gerade wo „die da oben“ drohen Sonntags deinen Späti dicht zu machen. Das wirst du zum Elch. Gründest und betreibst Läden wie diese hier:

  • Tierisch gut (Das Futterhaus)
  • Tierisch engagiert (Fressnapf)
  • Tierisch tierisch (MDR-Tiermagazin)
  • Tierisch Urban (ARTE)
  • Tierisch anders. Tierisch mild. (Camel)
  • Ein tierischer Laden (Futterfreund)
  • Tierisch gute News (Futterpost)
  • Seniorpfoten (Hundeeis)

Usw. usw.

Und weil du kleinbürgerliche, arme Sau auch ein tierisch kleiner Philosoph bist, schreibst du ein Buch. Und dann noch eins und noch eins. Jedes einzelne trieft von Tierliebe. Das ist en vogue, weil unpolitisch. Und keine Politdressur. Schau, was du alles fabrizierst:

  • Was wir von (nicht „vom“) Vögeln lernen können
  • Die Mäusestrategie
  • Die Tyrannei des Schmetterlings
  • Fische, die auf Bäume klettern
  • Das Labyrinth des Fauns
  • Der Bücherdrache

Usw. usw.

Dazu der aktuelle Bestseller „Was Tiere WIRKLICH wollen“. Womit Viecher und und nicht die „hohen Tiere“ im Berliner- und Brüssel-Kuhhandel gemeint sind. Ich glaub mein Schwein pfeift.

PS.       Briefauszug an die, der das GenderbeauftragteN_x: „Da in obiger Kolumne nur ein einziges Mal eine Gans auftaucht, ansonsten alles tierisch männlich ist, ersuche ich dringend um eine gendergerechte Tiersprache. Schwein_In. Hundx. Oder Kater*In. Nur mal so als Beispiel…“

PPS.   Saugute  Kolumnen entstammen beileibe NICHT Adelheid’s innerem Schweinehund.